Massage Therapy Foundation unterstützt Trauma-Projekte in Griechenland und Ukraine
Die Massage Therapy Foundation (MTF) hat im Rahmen ihrer Community Service Awards 2026 rund 40.000 US-Dollar an zwei internationale Projekte vergeben, die therapeutische Massage in die Versorgung vulnerabler Gruppen integrieren.

Damit unterstützt die Stiftung erstmals konkret trauma-informierte Massagekonzepte für vertriebene Frauen in Griechenland und für Mütter und Kinder in der Ukraine. Für Leserinnen und Leser, die therapeutische Massage professionell anwenden, liefert die Ausschreibung mehr als eine Human-Interest-Meldung: Sie zeigt, wie sich traumasensible Massage in bestehende Versorgungsstrukturen einbinden lässt und welche Datengrundlage dabei entsteht.
Zwei Projekte, zwei Versorgungssituationen
In Thessaloniki erhält das Irida Women's Center 20.000 US-Dollar für das zwölfmonatige SOMAMU-Projekt. Geplant sind 300 trauma-informierte, kulturell sensible Massage-Sitzungen für 30 vertriebene Frauen, ergänzt um zwölf strukturierte Gruppenangebote zur psychosozialen Unterstützung mit Übungen zu Entspannung und Körperregulation.
In der Region Odessa geht das Healing-Touch-Projekt des ukrainischen Medical Center for Rehabilitation of Mother and Child mit 19.800 US-Dollar an den Start. Über ein Jahr sollen etwa 1.500 therapeutische Massage-Sitzungen stattfinden, im Schnitt rund sieben Personen pro Tag. Ziel ist, die Angebote in bestehende Rehabilitationsprogramme für Mütter und Kinder zu integrieren und gleichzeitig einen Rahmen zu schaffen, der die Massage-Anwendung über die Förderlaufzeit hinaus verstetigt.
Was die Förderung für die Praxis relevant macht
Beide Projekte setzen auf trauma-informierte Massage, also auf eine Arbeitsweise, die körperliche Reaktionen auf Belastung berücksichtigt und gezielt in die Behandlung einbettet. Für Therapeutinnen und Therapeuten in Deutschland, die ähnliche Konzepte etwa in der Reha-Nachsorge, in Frauengesundheitszentren oder in der Arbeit mit geflüchteten Patientinnen und Patienten erproben, liefert die Ausschreibung damit eine Art Referenzrahmen: dokumentierte Sitzungsfrequenzen, definierte Zielgruppen und ein begleitendes Evaluationsdesign.
Hinzu kommt der Datenanspruch der Stiftung. Die MTF sammelt laut eigener Darstellung Rückmeldungen der geförderten Projekte, um die Rolle therapeutischer Massage bei der Versorgung unterversorgter Gruppen besser zu belegen. Das ist für die fachliche Argumentation gegenüber Kostenträgern und Klinikträgern relevant, weil solche Praxisnachweise in der Diskussion um nicht-pharmakologische Interventionen häufig fehlen.
Hintergrund: Vom Förderprogramm zur Struktur
Das Community Service Award Program der Stiftung läuft seit 1993. Die anfänglichen Grants von 5.000 US-Dollar wurden im Laufe der Jahre auf bis zu 20.000 US-Dollar aufgestockt. Insgesamt hat die MTF nach eigenen Angaben mehr als 692.000 US-Dollar an 145 Projekte weltweit vergeben. Die Bandbreite der bisherigen Förderungen reicht von der Begleitung ehemals Inhaftierter über die Versorgung von Waisenkindern nach dem Tsunami 2011 in Japan bis hin zu landwirtschaftlichen Beschäftigten in Mexiko.
Für die eigene Praxis lohnt der Blick auf drei Punkte: Erstens, ob trauma-informierte Massage-Schemata curricular in Fortbildungen abgebildet sind, die man selbst besucht oder anbietet. Zweitens, ob die eigene Dokumentation Anamnese, Trauma-Anamnese und Wirkungserfassung so aufbereitet, dass sie sich für eine spätere Auswertung eignet. Drittens, ob regionale Versorgungspartner, etwa Rehakliniken, Migrationsdienste oder Frauenhilfswerke, bereits Anknüpfungspunkte für Kooperationen bieten. Die Förderrunde 2026 läuft, laut Angaben der Stiftung werden Projekte ausgewählt, die therapeutische Massage in bestehende Strukturen einbetten und dokumentieren, was sie leistet.