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Wie Gerätetraining für Waden bei Senioren Kraft und Gehgeschwindigkeit steigert

Laut einer in Scientific Reports beschriebenen Studie wurde ein gerätegestütztes Wadenhebeprogramm für ältere Erwachsene untersucht, das schnelle und exzentrische Übungen verbindet.

Wie Gerätetraining für Waden bei Senioren Kraft und Gehgeschwindigkeit steigert

Im Mittelpunkt stand die Frage, ob sich damit die Gehgeschwindigkeit verbessern lässt. Für die Physiotherapie ist der Ansatz interessant, weil er Kraft und Bewegungstempo in einer Trainingsform zusammenführt.

Zwei Reize für die Wadenmuskulatur

Beim Wadenheben arbeiten die Plantarflexoren, also die Muskeln, die den Fuß nach unten drücken. Das Programm kombinierte schnelle Wiederholungen mit exzentrischen Übungen, bei denen die Muskulatur unter Spannung nachgibt. Die Studie prüfte, ob diese Verbindung neben der Kraft auch die Bewegungsgeschwindigkeit und das Gehen beeinflusst.

Die Übungen wurden mit einem eigens entwickelten Gerät durchgeführt. Die vorliegenden Angaben beschreiben jedoch nicht, wie das Gerät konstruiert ist oder welche Voraussetzungen es für den Einsatz in einer Praxis erfüllen muss. Der Ansatz lässt sich daher nicht ohne Weiteres auf jedes vorhandene Trainingsgerät übertragen.

Was die Studie für die Praxis hergibt

Untersucht wurden ältere Erwachsene in einer nicht randomisierten kontrollierten Studie. Eine Gruppe absolvierte das Trainingsprogramm, die Kontrollgruppe setzte ihre üblichen Aktivitäten fort. Laut Studienbeschreibung verbesserte sich die Gehgeschwindigkeit in der Trainingsgruppe gegenüber der Kontrollgruppe stärker. Auch für Wadenkraft und Bewegungsgeschwindigkeit wurden größere Verbesserungen berichtet.

Das ist ein Hinweis auf das Potenzial des kombinierten Trainings, aber kein Beleg dafür, dass dasselbe Programm für alle älteren Menschen geeignet ist. Aus den verfügbaren Angaben gehen weder individuelle Auswahlkriterien noch Anpassungen bei Beschwerden oder Einschränkungen hervor. Ebenso lässt sich daraus keine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte Trainingsdosis ableiten.

Vor einer Übertragung prüfen

Für Therapeutinnen und Therapeuten ist vor allem die Kombination der Reize relevant: Ein Programm kann neben Kraft auch die Geschwindigkeit der Bewegung gezielt ansprechen. Ob sich das in der eigenen Behandlung umsetzen lässt, hängt unter anderem davon ab, ob ein geeignetes Gerät verfügbar ist und wie die Übungen an die jeweilige Person angepasst werden können. Dazu liefert die vorliegende Zusammenfassung keine konkreten Vorgaben.

Wer die Ergebnisse einordnet, sollte deshalb zwischen dem untersuchten Geräteprogramm und gewöhnlichem Wadenheben unterscheiden. Die Studie berichtet über eine bestimmte Intervention und deren Vergleich mit üblichen Aktivitäten. Welche Bestandteile den beobachteten Unterschied erklären und ob er sich auf andere Trainingsformen übertragen lässt, bleibt anhand der verfügbaren Angaben offen.

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